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Kolumne - Yvette Ming
Ortstermin
Generalsekretariat Bern. Das Generalsekretariat der CVP Schweiz, auch «GS» genannt, ist in einem dreistöckigen Haus mit verwunschenem Garten oberhalb des Bärengrabens untergebracht. Im Generalsekretariat werden Positionspapiere erarbeitet, Vernehmlassungsantworten geschrieben, Abstimmungs- und Wahlkampagnen usgeheckt, Medienmitteilungen verfasst, elektronische Newsletter verschickt, das Magazin DIE POLITIK produziert, die Website gepflegt und sämtliche Übersetzungsarbeiten gemacht. Hier werden auch Parteimittel gesucht, das Mitgliederverzeichnis geführt, Mails und Telefonanrufe von Mitgliedern und Bürgern beantwortet.
Auch wenn das «GS» wie ein Wohnhaus aussieht, finden sich im Keller weder Konfitüre noch Wein, sondern ein kleines Druckzentrum, ein Lager mit CVP-Werbeartikeln und zahlreiche Dokumente. Auf dem Estrich stehen keine verstaubten Spielsachen, sondern Archivboxen. Das Esszimmer wird während der Mittagspause zwar als solches benutzt, dient aber in erster Linie als Sitzungsraum, die restlichen zehn Zimmer im Haus als Büros.
Das Haus am Klaraweg hat eine äusserst feminine Note. In der Parteizentrale arbeiten elf Frauen und fünf Männer, die Hälfte der Mitarbeitenden in Teilzeit. Die weibliche Dominanz zeigt sich an der Menge gesunder Nahrungsmittel wie Salat, Gemüse, Früchte und Joghurts, die im Kühlschrank zu finden sind.
Das «GS» kennt seine festen Rituale. Um 9.30 und 15.30 Uhr ruft das Läuten einer kleinen Glocke sämtliche Mitarbeitenden zur kurzen gemeinsamen Pause. Um 9.45 Uhr findet die «Lage der Nation», die tägliche Presseschau statt. Um 17.00 Uhr werden die Storen herunter gelassen und der automatische Anrufbeantworter eingeschaltet. Was allerdings nicht bedeutet, dass für alle im Haus bereits Feierabend ist. Weit gefehlt! Nicht selten brennt auch nach 20 Uhr, manchmal bis Mitternacht ein Licht.
Besucher sind bei uns herzlich willkommen. Das Haus am Klaraweg 6 steht Ihnen offen. 


