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Kolumne - Gerhard Pfister, Nationalrat
Missing Link
In den Chefetagen der hundert grössten Schweizer Unternehmen nahm die Anzahl der Ausländer in den vergangenen fünf Jahren um neun Prozent zu, und liegt jetzt bei fast fünfzig Prozent.
Vorausgesetzt, Unternehmen sind zweckrationale Organisationen, dann müssten offenbar immer weniger Schweizer die qualitativen Voraussetzungen haben, um als Führungskraft eingestellt zu werden. Das glaube ich nicht. Ich gehe davon aus, dass die Schweizer nicht wesentlich unfähiger wurden in den letzten Jahren. Mindestens nicht unfähiger als das Ausland.
Dann muss es andere Gründe haben. Ein möglicher: Grosse internationale Unternehmen müssen geführt werden von Leuten mit internationaler Erfahrung. Schweizer aber können in der Heimat zu exzellenter Ausbildung kommen, haben internationale Unternehmen vor Ort – oder in zumutbarer Pendlerdistanz – und in aller Regel sehr anständige Löhne. Sie müssen nicht ins Ausland, um beruflich vorwärts zu kommen. Es geht den Schweizern gut genug, um nicht weiteren Ehrgeiz entwickeln zu müssen.
Aber die helvetische Karriere wird zum Nachteil beim Wettbewerb um Toppositionen. Will man also wieder mehr Schweizer als Chefs grosser Firmen, muss man sie mehr in die weite Welt schicken.
Das ist zwar keine Garantie. Provinzialität ist keine Frage der Geografie, sondern eine des Kopfes. Auch Vielflieger können Firmen ruinieren. 


