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Kolumne - Gerhard Pfister
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Die Griechen verbrennen Europa-Flaggen. So weit geht bei uns nicht einmal die AUNS. Die Wiege der Demokratie erwartet von Brüssel, dass die EU den mediterranen Schlendrian gefälligst weiter finanziere. Wozu ist man denn Mitglied der Euro-Zone, wenn man nicht Schulden machen kann, dass es kracht?
Wie ihr Lehrmeister Sokrates zeigen die modernen Hellenen, dass Anspruch und Wirklichkeit in der EU auseinander klaffen. Der Stabilitätspakt für den Euro gilt nur für die, die dumm genug sind ihn einzuhalten und die Gesetze der kreativen Buchhaltung nicht kennen.
Spanien, Portugal und Italien schauen jetzt einmal, wie’s ihrem Bruder vom Peleponnes ergeht, bevor sie ihre Ansprüche auch anmelden. Unterdessen lässt sich Kanzlerin Merkel zu Hause als «eiserne Lady» feiern. Das zeigt, mit wie wenig man dort zufrieden ist, um als konsequent zu gelten. Sie zahlt ja weiter.
Die Griechen finden, das Geld stehe ihnen zu. Die Deutschen hätten den Schaden, welchen sie im zweiten Weltkrieg angerichtet hätten, noch längst nicht abbezahlt! Das ist zwar taktlos, dafür präzis. Es zeigt den inneren Sinn des Projekts EU auf: Frieden durch Domestizierung Deutschlands und Sicherung von deutschen Reparationszahlungen an den halben Kontinent. Als Dank erhalten die Deutschen das beruhigende Gefühl, dass man sie nicht mehr fürchtet und vor allem den Status europäischer Musterknaben. Dieser zweite «Stabilitätspakt» hält so lange, wie sie zahlen können. Also noch ein Weilchen.
Die Engländer sind pragmatischer und weniger europhorisch. Sie bestehen auf ihrem Pound. Maggie Thatcher, die wirkliche eiserne Lady, war kompromissloser, als sie den Brüsseler Eurokraten entgegnete: «I want my money back.» 


