Marianne Binder, Chefredaktorin

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Editorial - Marianne Binder, Chefredaktorin

Der Föderalismus kann sein:

ein umfassendes Organisationsprinzip, eine staatspolitische Maxime, eine Art politisch zu handeln, ein Bestandteil unseres Wesens.

Im Kanton Aargau, wo ich herkomme, ist er so ausgeprägt, dass er die Identität verwischt. Oder versöhnlicher: Die Eigenwilligkeit und das Eigenleben der einzelnen Gebiete ist eine für alle geltende raison d’etre.

Schweizerischer Föderalismus bedeutet unter anderem die Existenz von 31 Schulsystemen. Was für die einen das Gymnasium ist, ist für die anderen die Kantonsschule, wer eine Bezirksschule besucht, musste anderswo in die Sekundarschule, und die Grundschule dauert in gewissen Kantonen vier Jahre, in anderen fünf oder sechs. Ein Umzug von Basel nach Zürich mit schulpflichtigen Kindern entspricht einer Auswanderung.

Föderalismus, das sind 26 Gesundheitssysteme und 26 politische Systeme. Ein Regierungsrat ist anderswo ein Staatsrat, ein Grossrat ein Kantonsrat und ein Gemeinderat ein Stadtrat.

Föderalismus fördert die Konkurrenz und den Wettbewerb unter den Gliedstaaten und Kommunen und bedeutet gemäss Studien Glück. Dezentrale Strukturen, lokale Autonomie, die Nähe des Bürgers zum Staat sollen die Lebenszufriedenheit erhöhen.

Der Künstler Paul Wiedmer hat die POLITIK mit seinen "Objets boudles" für das Titelbild inspiriert. Zu sehen sind die Objekte auf www.youtube.com. Das Werk ist eine systematische Sammlung von Eisenstucken, welche in sämtlichen Kantonen mit Hilfe eines Metalldetektors "ausgebuddelt" wurden.

Innovation von unten. Jeder Kanton ein eigenes Kunststück.


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http://www.die-politik.ch/de/archiv/ausgabe-5-2010/artikel/159/
02-Jun-2010, 05:22 PM
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