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Kolumne - Gerhard Pfister
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Der politische Diskurs der Schweiz wird von jammernden Apokalyptikern dominiert. Linke und Rechte betonen stets, was in unserem Land alles schief läuft. Schuld daran ist immer die Mitte, denn sie ermöglicht Lösungen und Mehrheiten, einmal mit der Linken, einmal mit der Rechten. Allerdings zahlt sie einen Preis: die Lösung ist in aller Regel ein Kompromiss. Das schleift das Parteiprofil ab. Meistens gewinnt man so Abstimmungen, verliert aber Wahlen.
Der Umkehrschluss liegt auf der Hand: Wenn wir schon beschuldigt werden, verantwortlich für alles Übel zu sein, dann sind wir auch verantwortlich für alles, was gut läuft.
Und es läuft sehr viel sehr gut. Die Schweiz hat das schwierige Jahr 2009 überstanden, ohne dass die Staatsrechnung defizitär wurde. Sie hat sich nicht massiv neu verschulden müssen. Die Arbeitslosenquote ist hinter dem in Erdöl schwimmenden Norwegen die tiefste Europas. Die Wachstumsprognosen sind für die Schweiz weitaus am günstigsten. Wir haben massvolle Konjunkturprogramme durchgesetzt, anstatt Milliardenversprechen nicht einzulösen. Die Schweiz startet mit weniger Sturmschäden als andere Länder in den kommenden Wirtschaftsaufschwung.
Natürlich leugne ich die Herausforderungen nicht. Aber wenn es Probleme gibt, sind es Probleme eines erfolgreichen Landes. Dieser Erfolg der Schweiz ist das Resultat einer erfolgreichen politischen Arbeit der Mitte.
Ich vermute, es gibt viele Menschen in unserem Land, die zufrieden sind mit den Leistungen unserer Politik. Wenn die CVP es schafft, sie zu überzeugen, unsere Listen in die Urnen einzulegen, gewinnen wir nicht nur die meisten Abstimmungen, sondern auch wieder Wahlen. 


