Marianne Binder, Chefredaktorin

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Editorial - Marianne Binder, Chefredaktorin

Die Farbe C

Dem polnischen Regisseur Krzysztof Kieślowski gelingt in den neunziger Jahren ein Meisterwerk mit seiner Trilogie über die Farben der französischen Flagge: Trois couleurs – bleu, blanc, rouge. Er macht die Farben zu Darstellern, sie sind er­ lebbar, sie durchdringen den Geist.

Der Wunsch nach individueller Freiheit und Befreiung ist blau und mit ihr die Trauer, die Melancholie und die Liebe.

Das Ringen um die Gleichheit hat die weisse Farbe der Neutra­ lität, der Klugheit und der Genauigkeit. Der Kampf zwischen den Geschlechtern ist auch amüsant, und da Rache süss ist, erscheint die Bilderwelt der wechselseitigen Winkelzüge als hätte man sie überzuckert.

Die Brüderlichkeit, «das Aschenbrödel der liberalen Ideologie, hat ein seltsam krummes Schicksal auszuhalten», wie es Georg Kohler in der letzten POLITIK ausdrückt. Sie ist im letzten Teil der Trilogie in Rot getunkt und mit ihr die verkorkste Kommunikation unter den Menschen, das Zwangvolle der Solidarität, aber auch das humane Interesse am Schicksal des anderen und das Bemühen um Verständnis.

Das Logo der CVP ist orange. Die Farbe meint: zukunftsorien­ tiertes und verantwortungsvolles Denken, den inhaltlichen Erfolg der konstruktiven Mittepolitik, die Absage an den Populismus, die Bewahrung des Bewährten, das Erfolgsmodell Schweiz.

Die Farbe C, Centre, Centro trifft ins Schwarze. Die vorliegende Nummer der Politik widmet sich dem C.


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http://www.die-politik.ch/de/archiv/ausgabe-4-2010/artikel/128_die-farbe-c/
18-May-2010, 07:19 PM
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