
Marianne Binder, Chefredaktorin
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Artikel - Marianne Binder, Chefredaktorin
Planet der Frauen, ohne Gewähr…
Unsere Lebenserwartung ist gestiegen. Diejenige der Frauen um einiges mehr als diejenige der Männer. Einem im Jahr 2000 geborenen Mädchen eröffnet sich eine Chance von siebzig Prozent, hundert Jahre alt zu werden, einem Knaben eine solche von fünfzig Prozent, den zweiundneunzigsten Geburtstag zu erreichen.
Die Gründe der unterschiedlichen Lebenszeiten bleiben sowohl spekulativ wie suspekt, aber es kann davon ausgegangen werden, dass man um uns Frauen je länger je weniger herumkommt. Die Quantität wird sich vergrössern und somit, ich wage das zu behaupten, auch unsere Relevanz. Wir werden neue Rollen spielen müssen, veränderte. Und die Frage drängt sich auf, was der Welt damit bevorsteht.
Vorerst einmal den Männern
Sie mutieren zu Minderheiten. Wie wir sie kennen, wird ihnen das zu schaffen machen. Wie wir uns kennen, ebenfalls. Wir werden ihnen Mut zusprechen und uns weiterhin so verhalten, als zählten sie mehr, als sie dies tatsächlich tun.
Es fällt uns schwer, im Vorteil zu sein, denn um Gleichberechtigung zu kämpfen ist das eine, damit etwas anzufangen das andere. Man sieht es an der Art und Weise, wie wir mit unserem Stimm- und Wahlrecht umgehen. Über 60 Prozent der Schweizerinnen wählen immer noch wie vor 40 Jahren, nämlich gar nicht. Man sieht es an der Art und Weise, wie wir bereitwillig der sogenannten Feminisierung der Schule die Schuld geben am Misserfolg unserer faulen Buben, denen unsere Mädchen den Rang ablaufen. Jahrhundertelang was Bildung betrifft im Koma belassen, bekommen wir auf einmal Überhand an den Universitäten, was zur Folge hat, dass wir uns kaum mehr einrenken vor schlechtem Gewissen. Wir rufen nach vermehrt männlichem Lehrpersonal, nach mehr auf Knaben ausgerichteten Schulformen, nach besserer Förderung ihrer Eigenarten, statt mit Vergnügen festzustellen: In ihrem Durchschnitt sind Mädchen schulisch erfolgreicher als Buben. Sie lernen disziplinierter, sie lernen lieber, sie erfassen auf schnelle Weise die Zusammenhänge, sie haben gute Schulnoten. Doch weder ihre Disziplin, noch ihr Fleiss, noch ihre Freude an der Arbeit sollte uns Gegenstand sein von spitzen Bemerkungen. Uns, den ehemaligen Elitetruppen der Emanzipation und heutigen Löwenmüttern für die erschwerte Sache unseres männlichen Nachwuchses.
Nespresso und George Clooney
Womit wir zu uns kommen. Frank Schirrmacher, der Verfasser des Methusalem-Komplotts, der die demografische Katastrophe beschwört, sieht in ungeklärter Reihenfolge samt den Männern auch unseren Nachwuchs verschwinden. Das mag irritierend sein, eröffnet uns jedoch neue berufliche Perspektiven und zwingt uns, die letzten Jahre der Menschheit eigenhändig über die Runden zu bringen.
Nachdem wir uns abgefunden haben, dass wir in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft alle wichtigen Posten selbst besetzen müssen, nachdem wir Staatsoberhäupter sind, Firmenchefinnen, Päpstinnen, begebe ich mich ins Bundeshaus und meine Bestandesaufnahme ist selbstverständlich ohne Gewähr. Ich treffe die Versammlung der letzten männlichen Parlamentsmitglieder, zusammengefasst in der kleinstmöglichen Fraktion jeglicher politischer Couleur. Sie tagt im Restaurant, studiert die Speisekarte und sucht im Dschungel der Salate nach einem Schnitzel. Einer flüstert einen despektierlichen Witz aus versunkenen Zeiten, den Kameraden kommen die Tränen. Ihr Fehlen im Ratssaal bleibt unbemerkt. Man arbeitet dort in Gruppen. Kompromissbereit, lösungsorientiert und pragmatisch. Die Glocke ertönt sporadisch, sie läutet das Fitnessprogramm ein, Pilates und Yoga, die tägliche Schultermassage, die kleine Auszeit mit Nespresso und George Clooney oder Prosecco aus der Dose mit Paris Hilton.
Die politischen Forderungen haben sich verändert
Weshalb auf Armeen setzen, wenn den Frauen das Schiessen nicht liegt? Weshalb Polizeikräfte aufstocken, wenn uns niemand mehr erwürgt? Weshalb Minarette schleifen, wenn kein Muezzin mehr ruft? Weshalb Fussballspiele dem Service-public unterstellen, wenn sie kaum jemand schaut?
Dafür boomt die Modeindustrie, die Telefonie wird zur führenden Branche, Schönheitschirurgie gehört zur Grundversicherung. Die Sonnenstrahlung wird endlich erschöpfend genutzt. Sie bildet global etablierte Energiequelle und Reichtumsfaktor des Südens, dessen Freiluftsolarien die verregneten Gemüter der Nordländerinnen vor Depressionen bewahren.
Wir besteuern uns einzeln, anerkennen die Streitbarkeit aller, setzen bei Konflikten auf Verhandlungen, diskutieren die Dinge aus und schwatzen uns gegenseitig in den Tiefschlaf.
In der Tatsache, dass Frauen anders sind als Männer, liegt Potential.
Und alle Wünsche bleiben offen. 
Kommentare: 1
Von: Christoph Müller
Männer und Frauen und alles andere was wir nie richtig verstehen werden
In der Mathematik lerne mich ein Lehrer, dass es 0 nicht gebe. Die Begründung war, dass man sich zwei parallele Linien vorstellen müsse. Die würden sich immer in der unendlichen Endlichkeit treffen und....
Es gibt nie eine Lösung oder eine Zukunft, welche man abschliessend beurteilen kann. Was heute gilt, kann morgen überholt oder falsch sein. Man sprach von Vogelgrippe und Schweinegrippe. Man sah das Ende der Menschheit, oder eine starke Abnahme der Bevölkerung auf uns zukommen. Wo stehen wir heute? Was bringt die Zukunft?
Planet der Frauen.
Ich finde es ein provokativer und spannender Text. Ich bin ein Mann. Ich bin stolz ein Mann zu sein.
Arbeitsklima:
Es ist erwiesen, dass eine Gruppe von Männern mit einem kleineren oder gleich grossen Anteil Frauen das beste und produktivste Arbeitsumfeld ist. Begründung: Männer sind einfacher im Verhalten. Einen gewissen Frauenanteil jedoch lockert die Atmosphäre unter den Mitarbeitern sehr an.
Der beste Freund der Frau
Es gab schon einige Umfragen bei denen sich herausstellte, dass der beste Freund für eine Frau im Normalfall ein Mann ist.
Nur Frauen in den oberen Machtpositionen
Es gab eine Studie, die sehr interessant war. Man fand heraus, dass eine Frau im Normalfall immer einen Partner hat, welcher einen besser Job oder mehr angesehen ist. Das heisst ein Mann mit einer schlechten Zukunftsperspektive und eine Frau mit den besten Karrieremöglichkeiten finden am schlechtesten einen Partner. Für einen Mann gilt: Erfolgreich macht sexy.
Krieg
Männer tragen den Krieg direkt und öffentlich durch. Das gibt zum Teil unschöne Situationen, das stimmt. Frauen tragen den Krieg mit Intrigen und Macht über längere Zeit durch. Streit unter Männern dauert zum Teil 15 Minuten. Streit unter Frauen kann da schon einmal über einige Monate dauern.
Zusammenfassend
Der schönste Spruch ist doch: das andere Geschlecht (gilt natürlich auch für Homosexuelle) ist wie Luft für mich, aber ohne Luft kann ich nicht leben.
Die Männer werden nie ganz die Frauen verstehen und die Frauen auch nicht die Männer. Das Schöne und Tolle ist jedoch, dass es zwischen den Geschlechtern funktioniert und auch in Zukunft funktionieren wird.
Schön ist doch das Leben ;-)
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