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Kolumne - Gerhard Pfister
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Beispiel Alice Schwarzer. Kämpft gegen Genitalverstümmelung, Pädophilie, Steinigung, und für Bundeskanzlerin Merkel. Das kommt schlecht an. Rechte Frauen sind für manche keine richtigen Frauen. So darf man neuerdings über Merkels Aussehen Witze machen. War das nicht mal sexistisch?
Auch in der Schweiz haben die vormals Emanzipatorischen ein Problem: der Gegner wäre nicht mehr das bürgerliche Macho-Establishment, sondern pseudo- religiöse Fundis, die burkaverhangen im «Club» unter dem Siegel der Religionsfreiheit jeden Unsinn verkünden können. Aber da herrscht Beisshemmung: Georg Kreis, Präsident der Rassismuskommission, säuselt Verständnis: Frauen, die sich ihren Männern unterordnen und Zwangsehen seien zulässige kulturelle Varianten. Kein Grund, sich aufzuregen.
Misshandlung Minderjähriger ist schrecklich, wenn sie hinter Klostermauern geschieht. Da sind wir uns einig. Vergewaltigung Minderjähriger ist ok, wenn man nachher tolle Filme dreht. Schuld ist das geltungssüchtige Mädchen selbst. So der Schweizer Re isseur Luc Bondy.
Die selbsternannten Emanzipationspioniere haben ein Problem: ihre Parolen wenden sich jetzt gegen ihre eigene Kundschaft, die libertären Hedonisten. Wenn man konsequent bleibt, wie Alice Schwarzer, hat man es schwer. Dass sie trotzdem für ihre Ideale kämpft, spricht für sie. 

