Ausgabe 8 / 2011


Artikel - Redaktion Die Politik

Zeichen der grossen Anerkennung

Joseph Deiss ging bereits als Bundespräsident und Bezwinger der Dufourspitze als «höchster» Schweizer in die hiesigen Geschichtsbücher ein. Nun wurde der ehemalige Bundesrat, CVP-Politiker und Wirtschaftsprofessor an die Spitze der internationalen Staatengemeinschaft gewählt. Eine Würdigung der POLITIK.

Joseph Deiss war der offizielle Kandidat der westlichen Regionalgruppe WEOG, die turnusgemäss den Präsidenten der 65. Session der UNO-Generalversammlung stellt. Er hatte sich gegen seinen Mitkonkurrenten, den früheren belgischen Aussenminister und ehemaligen EU-Kommissar Louis Michel, durchgesetzt. Die Wahl zum Präsidenten der UNO-Generalversammlung ist Zeichen einer ganz besonderen Anerkennung. Einerseits zeugt sie vom Leistungsausweis des ehemaligen Bundesrates, dessen persönlicher Einsatz für den Beitritt zur UNO unserem Land das Tor zur Welt geöffnet hat. Andererseits anerkennt die Staatengemeinschaft das Engagement der Schweiz als UNO-Mitglied, die in nur acht Jahren Mitgliedschaft einen beachtlichen Beitrag zu den Zielen und Werten der Vereinten Nationen geleistet hat und als verlässlicher Partner in der UNO geschätzt wird.

Die Schweiz hat sich innert kürzester Zeit von einem Land mit einer Aussenpolitik des «Stillesitzens» zu einem engagierten Verfechter des Multilateralismus gewandelt. Die erfolgreich  Wahl von Joseph Deiss zum Präsidenten der 65. Session der UNO-Generalversammlung ist Ausdruck dieses Wandels. Er wird sein Amt am 14. September antreten. Wie er erklärte, wird es ihm unter seiner Präsidentschaft ein spezielles Anliegen sein, die Grundprinzipien der Charta der Vereinten Nationen, nämlich «Frieden», «Freundschaft» und «Kooperation», neu zu beleben. Diese Prinzipien prägte er bereits als Bundesrat, indem er mit seiner kollegialen Art, seinem Sinn für die Konkordanz und seiner hohen Fachkompetenz zum guten Funktionieren der Landesregierung beitrug.

Als thematische Schwerpunkte seiner Präsidentschaft nannte Joseph Deiss nebst den laufenden Reformen in der UNO die Millenniumsentwicklungsziele, zu welchen er vom 20. bis 22. September 2010 ein hochrangiges Treffen leiten wird. Die internationale Staatengemeinschaft steht vor der grossen Herausforderung, die vor der Finanz- und Wirtschaftskrise gemachten Fortschritte zu konsolidieren und die Umsetzung in gewissen Bereichen, welche Rückschläge erleiden mus ten, zu beschleunigen. Weitere Prioritäten werden eine repräsentativere globale Gouvernanz – dies vor dem Hintergrund neuer Akteure wie der G20 – sowie eine nachhaltigere, «grünere» Wirtschaft sein.


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30-Oct-2009, 10:44 AM
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